Des Deutschen Lieblingsgetränk

Filterkaffee klingt für den ein oder anderen vielleicht sehr banal und verstaubt, denn grundsätzlich versteht man darunter einen Kaffee, der lediglich durch einen Filter gebrüht wird. Allerdings gibt es dabei viele unterschiedliche Verfahren und Hilfsmittel. Filterkaffee kann beispielsweise mit der Chemex Kanne, dem Hario V60 Porzellanfilter oder dem AeroPress Kaffeebereiter zubereitet werden. Bei allen drei Verfahren bedient man sich eines Kaffeefilters. Die Zubereitung erfolgt zudem per Hand - also nicht maschinell. Dies gibt dem Filterkaffee einen rustikalen hands-on Charakter und wird immer beliebter. 

AEROPRESS- Was die NASA mit Kaffee zu tun hat

Der US-amerikanische Wissenschaftler Alan Adler spielt hierbei eine Rolle. Sein Hauptforschungsgebiet, im Rahmen dessen er auch bei der NASA lehrte, beschränktsich eigentlich auf die Entwicklung von aerodynamischen Spielzeugen wie Frisbees. Die Betonung dabei liegt dabei auf dem Wort „eigentlich“. Denn 2005 erfand er einen Kaffeebereiter – die AeroPress. 

BODUM Pour Over 1L

Genieße fischen Filterkaffee mit dem Bodum Pour Over Kaffeebereiter.

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Wie kommt´s?

Alan Adler war leidenschaftlicher Kaffeetrinker und wollte sich ab und an auch nur eine einzelne Tasse Kaffee aufbrühen. Doch alle gängigen Kaffeebereiter konnten dies nicht leisten. Also entschloss er sich selbst einen zu entwickeln, der genau diesen Anforderungen gerecht wird. Nach (nur) 40 verschiedenen Prototypen war sie geboren - die AeroPress. Sie kann eine einzelne Tasse Kaffee aufbrühen und ist dabei verhältnismäßig leicht sowie einfach zusammen zu bauen und damit optimal für die Mitnahme auf Reisen. Das Prinzip dieser gleicht dem der Siebstempelkanne, auch French Press genannt. Allerdings wird der Kaffee mit dem AeroPress bereits gefiltert, so dass kein Kaffeemehl in die Tasse gelangt. Die AeroPress bereitet Kaffee, anders als mit einem Handfilter, nach dem Full-Immersion-Prinzip zu. Das bedeutet, dass Kaffeepulver im kolbenartigen Zylinder der AeroPress während der gesamten Extraktion komplett von heißem Wasser umschlossen wird. So entwickeln sich deutlich mehr und komplexere Aromen als bei anderen Filtermethoden. Ein weiterer Vorteil der AeroPress ist die enorm einfache und schnelle Reinigung. 

Bei der AeroPress kommt es schließlich auf die Kombination dieser Variablen an: Kaffeemenge, Mahlgrad, Wassertemperatur und Ziehzeit. Die individuelle Abstimmung und das Ausprobieren verschiedener Kombinationen braucht zwar etwas Zeit, macht aber enorm viel Spaß und schafft ein individuelles Kaffeeerlebnis.  

 

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Für die Zubereitung mit der AeroPress empfehlen wir folgende Methode:

1. Zunächst schrauben Sie den Filterhalter ab, setzen das angefeuchtete Filterpapier ein und legen beides zunächst beiseite. 
2. Schieben Sie dann den Kolben leicht in den Zylinder bis dieser verschlossen ist. 
3. Drehen sie danach die AeroPress um und stellen Sie sie kopfüber auf den Tisch. 
4. Geben Sie zwei Löffel gemahlenen Kaffee in den Zylinder und fügen Sie heißes Wasser hinzu. 
5. Jetzt rühren Sie um, setzen den Filterpapierhalter auf und lassen den Kaffee für circa 30-60 Sekunden ziehen. 
6. Drehen Sie nun die AeroPress schnell um und platzieren Sie den Kaffeebereiter auf der Tasse. 
7. Drücken Sie den Kolben abschließend herunter und genießen Sie Ihren frischen Filterkaffee.  

 

 

HARIO FILTER V60 – Japanische Kaffeequalität

Hario ist eine 1921 in Japan gegründete Firma. Sie hat es sich auf die Fahne geschrieben, den klassischen Kaffeefilter zu revolutionieren und mit japanischer Technologie das Beste aus dem Filterkaffee herauszuholen. Schon aus dem Namen lassen sich die Charakteristika des Kaffeebereiters ableiten. Das „V“ soll die kegelförmige Kontur des Filters widerspiegeln und die „60“ steht für den Neigungswinkel des Filters. 

Der Hario V60 Filter zeichnet sich durch seine geschwungenen Rillen aus. Diese ermöglichen eine gleichmäßige und konstante Wasserzirkulation. Eine weitere Besonderheit ist die deutlich größere Öffnung des Filterbodens. Dadurch wird verhindert, dass sich der Kaffeefluss staut. Jedoch erhöht sich so auch der Druck mit dem Kaffee und Wasser durch den Filter laufen. Dieser muss unbedingt mit einem dickeren Filterpapier ausgeglichen werden. Zu empfehlen sind hier die original Hario Filtertüten. 

Durch die optimierte und gleichmäßige Durchlaufzeit wird eine perfekte Extraktion möglich. Hario hat damit die traditionellen Filter revolutioniert und den vermeintlich verstaubten Filterkaffee auf ein neues Niveau gehoben. Neben der Funktionalität besticht der Hario V60 auch durch seine ansprechende Optik aus diversen Materialien und in verschiedenen Farben. 

 

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So bereiten Sie Ihren Filterkaffee in dem Hario V60 richtig zu

1. Mahlen Sie 20-25 g Kaffeebohnen für 300 ml Filterkaffee mit einem mittleren Mahlgrad. 
2. Benetzen Sie den Filter und das Filterpapier mit ein wenig heißem, aber nicht kochendem Wasser und füllen Sie das grobporige Kaffeemehl in den Filter. 
3. Geben Sie dann für eine gleichmäßige Extraktion erst ein wenig Wasser (circa 50-60 ml) über das Kaffeemehl. So kann der Kaffee schon etwas quellen.
4. Fügen Sie dann etwa 110-120 ml des heißen Wassers hinzu, sodass das ganze Kaffeemehl gut bedeckt ist.
5. Wenn die Hälfte davon durchgelaufen ist, können Sie den Kaffee noch einmal mit dem restlichen Wasser (circa 150 ml) auffüllen. 

CHEMEX – das Schmuckstück der Kaffeezubereitung

Im Jahre 1941 erfand Dr. Peter Schlumbohm die Chemex. Sie ist eine Glaskaraffe zur Zubereitung von Filterkaffee. Seit 70 Jahren besteht diese Karaffe ohne Änderungen in ihrer ursprünglichen Form. Diese besondere Form ist einer Sanduhr nachempfunden, ummantelt von einem hölzernen Griff und mit einer Lederschleife veredelt. So stellt die Chemex ein wahres Designobjekt der Neuzeit dar und schaffte es damit sogar ins Museum of Modern Art in New York. 

Der Kaffee, der über die Chemex zubereitet wird, zeichnet sich durch einen klaren, ausgewogenen Geschmack ohne Bitterstoffe oder Fremdgeschmäcker aus. Um diesen zubereiten zu können, benötigt man allerdings die passenden Filtertüten. Diese besitzen eine ganz charakteristische Form: Sie laufen konisch und spitz zu und besitzen dadurch eine große Bodenöffnung. Aufgrund dieser Formgebung und des dickeren Filterpapiers erfolgt die Kaffeeextraktion sehr gleichmäßig, sodass die Aromen intensiver und feiner als bei der herkömmlichen Filterkaffeezubereitung gelöst werden können.

 

So bereiten Sie Ihren Filterkaffee in der Chemex richtig zu

1. Wählen Sie zunächst einen mittleren Mahlgrad für Ihre Kaffeebohnen.
2. Falten Sie den Chemex Filter erst doppelt, dass ein Halbkreis und dann noch einmal, dass ein Viertelkreis entsteht.
3. Formen Sie den gefalteten Filter nun zu einer Tüte, deren eine Seite aus drei Lagen und die andere aus einer Lage Papier besteht. (Tipp: Es gibt auch vorgefaltete Filtertütchen.)
4. Legen Sie ihn anschließend so in den Filterhalter der Chemex Kanne, dass die dreilagige Seite des Papiers direkt am Ausguss der Kanne liegt.
5. Für drei Tassen Filterkaffee geben Sie nun circa 25-28 g Kaffeemehl in den Filter. Durch einmaliges Rütteln am Filter, glätten Sie das Kaffeemehl im Anschluss.
6. Geben Sie jetzt zunächst eine kleine Menge heißes, aber nicht kochendes, Wasser (circa 50-60 ml) über das Kaffeemehl und warten Sie circa 30 Sekunden um den Kaffee quellen zu lassen. Geben Sie nun das restliche heiße Wasser (circa 450 ml) in kreisenden Bewegungen in den Filter.
7. Nachdem das Wasser vollständig durch den Filter gelaufen ist, können Sie Ihren aromatischen Filterkaffee genießen.

Unser Fazit zum Filterkaffee

Filterkaffee ist heute neu inszeniert eine echte Alternative zu Cappuccino und Co. geworden. Die von uns genauer beleuchteten Filterkaffeezubereiter zeigen, wie hochwertig vermeintlich einfacher Filterkaffee sich zubereiten lässt.  Gerade mit dem AeroPress Kaffeebereiter kann man mit allen Parametern der Kaffeezubereitung experimentieren und so ganz neue Geschmackserlebnisse kreieren ohne Experte auf diesem Gebiet zu sein. Die Chemex Kanne und der Hario Filter sind ein wenig einfacher in der Anwendung, liefern aber auch hervorragende und intensive Geschmackserlebnisse. Eine Filterkaffeezubereitung kann heutzutage regelrecht zelebriert werden und hat nichts mehr mit verstaubter schwarzen Plörre, was einige noch unter Filterkaffee verstehen, zu tun.